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Japans Regierung hackt eigene Bürger
Allgemein Im Namen der inneren Sicherheit will Japans Regierung Router, Webcams und weitere vernetzte Geräte der eigenen Bürger hacken.

Japans Regierung hackt sich ab diesem Monat in Geräte ihrer eigenen Bürger ein. Betroffen sind solche, die Teil des Internets der Dinge (IoT) sind. Sie sollen auf ihre Sicherheit gegen Cyberattacken geprüft werden. Das nationale Institut für Informations- und Kommunikationstechnologie (NICT) setzt hier vor allem auf Standardpasswörter, die Nutzer gebrauchen, beispielsweise "123456". Um die 100 Kombinationen von Login-Namen und Passwörtern sollen eingesetzt werden. Im Verfahren eingebunden sind auch die Telefon- und Internetprovider.

Japan begründet die Aktion mit Sicherheitsbedenken, besonders im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020. Im Jahr 2017 hatten laut NICT 54 Prozent der beobachteten Cyberangriffe in Japan IoT-Geräte als Ziel. Aufgrund vergangener Vorfälle bei anderen Großveranstaltungen, wie die Attacke auf die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspielen 2018, hält Japan Gegenmaßnahmen für notwendig. Ins Visier geraten dabei nun unter anderem Router, Webcams und andere vernetzte Geräte von Privatleuten.
Ablauf der Angriffe

IoT-Geräte bieten oft ein Tor für Angreifer. Viele Nutzer richten das Gerät anfangs einmalig ein, oft mit leicht zu merkenden Passwörtern oder solchen, die vom Hersteller angeboten werden. Diese werden dann über Jahre hinweg nicht geändert. Schaffen es die Regierungsmitarbeiter ein Gerät zu hacken, soll laut NICT, der entsprechende Nutzer von seinem Internetanbieter kontaktiert und gewarnt werden. Er wird in der Nachricht aufgefordert, aktiv etwas gegen die Sicherheitslücke in seinem privaten System zu unternehmen. Das Ministerium für Inneres und Kommunikation hat bereits eine Hotline eingerichtet, wo die Betroffenen Unterstützung finden sollen.

Um die Angriffe legal durchführen zu können, schuf Japan 2018 eine entsprechende Gesetzesgrundlage. Die Regierung gibt auf ihrer Informationsseite an, dass die Mitarbeiter des Projektes keine private Kommunikation auswerten. Sie testen lediglich, ob auf ein Gerät zugegriffen werden kann. Zusätzlich speichert NICT allgemeine Daten wie Gerätekennung, Dienste, IP-Adresse, Zeitstempel und Portnummer.
Die Sache mit dem Datenschutz

NICT gibt an, dass höchste Datenschutzstandards für die gesammelten Nutzerdaten gelten, ähnlich wie für solche der Regierung. Dennoch erregt die Aktion Misstrauen. Der Zugriff auf Webcams erlaubt Einblicke in die Privatsphäre einzelner Menschen, ganz ohne deren Wissen.

Dass die gesammelten Daten dem entsprechen, was NICT angibt, bleibt Vertrauenssache. Angaben, wie lange und in welchem Umfang Japan die Daten speichert, fehlen. Ebenso wenig ist klar, welche Mitarbeiter der Regierung Zugriff erhalten. (cbr)
Autor: Predatorfighter | Freitag 08. 02. 2019 0 Kommentare


Deutsche-Post-Chef: Jeder Job könnte in 15 Jahren verschwinden
Allgemein Wer heute einen Beruf lernt muss damit rechnen, dass in 15 Jahren eine Maschine die Arbeit erledigt. Ein Ausweg sei lebenslanges Lernen, meint Frank Appel. Arbeitnehmer müssen sich Deutsche-Post-Chef Frank Appel zufolge darauf einstellen, dass ihre Jobs in absehbarer Zeit von Maschinen übernommen werden könnten. "Ist man jung, gibt es unabhängig davon, welchen Beruf man sich aussucht, keine Garantie, dass er in 10 bis 15 Jahren noch existiert", sagte Appel am Samstag auf der Innovationskonferenz DLD in München. "Es ist definitiv nicht mehr möglich, dass man 50 Jahre lang in einem Unternehmen im selben Job bleiben kann." Ein Ausweg sei lebenslanges Lernen – dafür müsse aber das Bildungssystem grundlegend umgestaltet werden.
Chatbot statt Call-Center-Mitarbeiter

Vor allem Systeme auf Basis künstlicher Intelligenz können den Menschen in immer mehr Berufen ablösen. Das können zum Beispiel Chatbots statt Call-Center-Mitarbeitern sein, oder Software, die in Anwaltskanzleien automatisch Unterlagen prüft. Fachleute warnen schon seit einiger Zeit, dass damit mit der Zeit dramatische Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt drohen.
KI-Forscher: Kreativität bleibt Sache der Menschen

[Update 20.1.2019 15:10 Uhr:] Die Ausbreitung von künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt wird nach Ansicht eines der führenden Experten bei all ihrer Wucht auch viele Jobs verschonen. In den kommenden 15 Jahren würden zwar viele Arbeitsplätze entweder eins zu eins durch Maschinen mit künstlicher Intelligenz besetzt – oder als Folge des strukturellen Wandels diverser Branchen wegfallen, sagte der KI-Forscher Kai-Fu Lee am Sonntag auf der Innovationskonferenz DLD in München. "Aber es gibt auch viele Gründe für Hoffnung."

Denn künstliche Intelligenz sei nicht gut in kreativen, strategischen Aufgaben, die Planung oder den Umgang mit Ungewissheit erforderten, betonte Lee. Sie sei eher ein Werkzeug, um auf Datenbasis Aufgaben in einem klar definierten Bereich zu lösen. "Wenn sie kreativ sind und etwas Neues aufbauen – diese Jobs sind sicher, künstliche Intelligenz kann das nicht."

Sicher seien aber auch Arbeitsplätze, in denen Beziehungen zwischen Menschen im Mittelpunkt stünden. Lehrer, Krankenschwestern, Altenpfleger, Ärzte oder Reiseführer – bei solchen Jobs werde es sogar Zuwächse geben. "Denn künstliche Intelligenz kann nicht Vertrauen, Empathie und Mitgefühl im zwischenmenschlichen Umgang vortäuschen." Außerdem würden im KI-Umfeld auch ganz neue Arbeitsplätze entstehen. Aus diesen Gründen sehe er keine Gefahr von Massenarbeitslosigkeit.
USA und China dominieren den KI-Markt

Insgesamt sieht Lee China und die USA in einem Kopf-an-Kopf-Rennen um die Führungsrolle bei künstlicher Intelligenz. Er rechne fest damit, dass chinesische Unternehmen, die heute im Heimatmarkt dominieren, ihre Technologien auch international an den Markt bringen werden, sagte der 57-Jährige, der unter anderem für Apple, Microsoft und Google gearbeitet hatte und jetzt als Investor aktiv ist.

Die Gefahr für Europa sei, dass es bei der Dominanz von zwei solch großen Playern "keine Bronze-Medaille gibt". Dabei sei die KI-Forschung auf dem Kontinent sehr stark – aber wenn es zum Geldverdienen komme, landeten die europäischen Fachleute dann im Silicon Valley. (bme)

Quelle:heise.de
Autor: Predatorfighter | Mittwoch 23. 01. 2019 0 Kommentare


40-Millionen-Deal: Google kauft Smartwatch-Technik von Fossil
Allgemein Google baut sein Engagement bei Smartwatches aus und kauft Know-how vom Uhrenhersteller Fossil. Davon soll Wear OS profitieren. Google und die Fossil Gruppe haben eine Übereinkunft geschlossen, nach der Google von dem Uhrenentwickler Fossil gerade in Entwicklung befindliche Smartwatch-Technik und einen Teil der Forschungs- und Entwicklungsabteilung übernimmt. Rund 200 dieser Mitarbeiter wolle Fossil jedoch selbst behalten. Nach Angaben von Fossil vom Donnerstag, ist der Deal rund 40 Millionen US-Dollar wert.

Google erhält damit ein erfahrenes Team an Hardware-Entwicklern und ein Portfolio an geistigem Eigentum für die Weiterentwicklung seines Samartwatch-Betriebssystems Wear OS. Welche Technik darunter genau fallen, haben beide Unternehmen nicht genannt. Bisher hat Google keine eigene Smartwatch im Programm, sondern stellt lediglich Smartwatch-Herstellern Wear OS zur Verfügung.

"Smartwatches, die auf Wohlbefinden ausgelegt, einfach sind, sich personalisieren lassen und die Anwender unterstützen, haben die Möglichkeit, das Leben zu verbessern, indem sie schnell und auf einen Blick die benötigten Informationen und Erkenntnisse zur Verfügung stellen", sagte Stacey Burr, Präsidentin des Produktmanagements der Google Wear-OS-Plattform von Google. "Die Übernahme der Technik und des Teams von Fossil unterstreicht unser Engagement für Wearables, um ein große Bandbreite an Smartwatches zu ermöglichen, die die sich ständig weiterentwickelnden Bedürfnisse der gesundheitsorientierten, mobilen Konsumenten unterstützt."
Neue Entwicklungen für alle

Unklar ist, was das Smartwatch-Team von Fossil entwickelt hat. Gegenüber Wareable habe Burr verlauten lassen, dass Google der Ansicht ist, die neuen Entwicklungen von Fossil selbst schneller einer breiten Masse zur Verfügung stellen zu können. Die sollen in Wear OS einfließen, sodass auch andere Partner im Wear-OS-Ökosystem darauf zugreifen können. Greg McKelvey, Vizepräsident der Fossil Gruppe sagte lediglich, dass es sich um Technik handeln soll, die Fossil auf Basis der Akquisition von Misfit weiterentwickelt haben will. Fossil hatte den Fitness-Tracker-Hersteller Misfit 2015 für 260 Millionen US-Dollar aufgekauft.

McKelvey kündigte an, dass die Entwicklungen in eine neue Fossil-Produktlinie einfließen würden. "Derzeit konzentrieren wir uns darauf, die Produktentwicklung abzuschließen", sagte er Wareable.

Der Deal mit Google soll nach Angaben von Fossil noch im Januar abgeschlossen werden. (olb)

Quelle: heise.de
Autor: Predatorfighter | Mittwoch 23. 01. 2019 0 Kommentare




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