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Gutachten zu 5G-Patenten: "Nicht vorhersehbare" Risiken für Automobilindustrie


Die Automobilbranche wird mit Mobilfunkpatenten unter Druck gesetzt. Ein Gutachten warnt vor Verwerfungen auf dem Lizenzmarkt.



Jedes Unternehmen, das standardessentielle Patente (SEP) für 5G besitzt, kann laut einem Gutachten von jedem Anwender der Technik Lizenzgebühren verlangen. Damit werde ein lukrativer Markt für 5G-Patentinhaber geschaffen, warnen die Experten der TU Berlin und der auf Urheberrechtsfragen spezialisierten IPlytics GmbH, die das Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums angefertigt und am Dienstag vorgestellt haben. Das stelle für jeden 5G-Nutzer ein rechtliches Risiko dar, da die Höhe der Lizenzgebühren für 5G-Patente "nicht vorhersehbar" sei.
FRAND: Fair, Reasonable and Non-Discriminatory

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Zahl der Patentinhaber, die von den Automobilherstellern Lizenzgebühren fordern können, erheblich erhöht. Denn mit der zunehmen Digitalisierung der Fahrzeuge wurden immer mehr Techniken aus der Telekommunikationsindustrie verbaut. Mobilfunkstandards wie 4G/LTE oder LWAN kennen mehrere tausend Patente, die als standardessentiell gelten.

"Unternehmen, die diese Standards für 5G entwickeln, müssen sich verpflichten, ihre Patente, die in den Standard einfließen, unter fairen, angemessenen und nichtdiskriminierenden Bedingungen zu lizenzieren", erklärt Knut Blind, Leiter des Fachgebietes Innovationsökonomie der TU Berlin, das sogenannt FRAND-Prinzip. Dabei wird die Frage, ob ein Patent tatsächlich wesentlich für einen Standard ist, nicht selten erst vor Gericht geklärt.

Das betrifft die gesamte Autoindustrie. "Wir als Lieferant von Vernetzungslösungen für Fahrzeuge gehen davon aus, dass wir von den Diskussionen hinsichtlich 5G-Patente in ähnlicher Weise betroffen sein könnten, wie das bereits heute bei 3G und 4G standardessentiellen Patenten der Fall ist", sagte eine Sprecherin des Zulieferers Continental.
100.000 Patente für 5G

Die Ergebnisse des Gutachtens zeigen, dass bisher knapp 100.000 Patente für 5G in verschiedenen Ländern angemeldet wurden, die auf über 20.000 Patentfamilien zurückgehen. Die meisten 5G-Patente wurden in den letzten zwei Jahren angemeldet, deshalb ist zu erwarten, dass die Zahl der erteilten Patente in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Die 5G-Standardentwicklung ist überdies noch nicht abgeschlossen, so dass in den kommenden Jahren weitere Patentanmeldungen erwartet werden.

Laut dem Gutachten werden aktuell 82 Prozent aller 5G-Patentdeklarationen von zehn Unternehmen gehalten. Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei hält mit 3325 5G-Familien das größte Portfolio, gefolgt von Samsung, LG, Nokia, ZTE und Ericsson. Huawei ist auch mit seinen Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen in Höhe von über 15 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 führend. Unternehmen wie Nokia, Ericsson oder Qualcomm, die in den Vorgängergenerationen 3G und 4G führend waren, zählen beim 5G-Standard weiterhin zu den Technologieführern.

Gezählt wurden angemeldete wie bereits erteilte Patente. Die chinesischen Firmen haben sehr junge 5G-Familien deklariert, die erst kürzlich angemeldet wurden. Sie weisen auch die geringste Erteilungsquote auf. In der Regel dauert es mehrere Jahre, bevor ein Patentamt ein Patent erteilt. In dieser Zeit können andere Firmen aber nicht zur selben Erfindung ein Patent anmelden. Die höchst Erteilungsquote weisen die europäischen Unternehmen auf, die damit auch über die meisten älteren Patente verfügen.
Huawei dominiert die 5G-Standardentwicklung

Huawei hat fast jeden fünften Vorschlag für einen relevanten Standardbeitrag für 5G beim 3GPP-Konsortium eingereicht und hält damit nicht nur die meisten 5G-Deklarationen, sondern auch den größten Anteil von 5G-Standardbeiträgen. Sehr aktiv waren auch Ericsson, Nokia und Qualcomm. Die vier Unternehmen sind für über Zweidrittel der 5G-Beiträge verantwortlich und zählen damit zu den einflussreichsten Unternehmen bei der 5G-Standardentwicklung. Insgesamt wurden nur 10 Prozent aller Beiträge genehmigt, wobei die meisten genehmigten Beiträge von Huawei eingereicht wurden, knapp gefolgt von Ericsson und Nokia.

Das 3GPP begann erst 2015 damit erste Spezifikationen für den 5G-Standard zu entwickeln. Die laut Experteninterviews eher seltenen 5G-Erfindungen vor 2012 sind vor allem bei Nokia. Ericsson und Qualcomm entstanden. Dabei kann es sich um generationenübergreifende Technologien handeln, die für den 3G- und 4G-Standard entwickelt wurden und die dann auch in den 5G -Standard eingebracht wurden. Oftmals handelt es sich um grundlegende Funktionen, die die physikalische Ebene eines Standards betreffen.

"Huawei und Qualcomm haben sich ihre Patent-Rechte schützen lassen und werden sie auch einfordern wie die aktuellen 4G-Klagen zeigen", sagt Niels Peter Skov Andersen, General Manager des Car-2-Car Communication Consortium. Für ihn ist klar: "Sie kämpfen darum mit LTE V2X auf den Markt zu kommen, weil sie dann eine bessere Patentlage haben. Bei Nokia und Ericsson sehen wir dasselbe Motiv."

Autor: Predatorfighter | Donnerstag 27. 02. 2020 0 Kommentare


Eeero: Mesh-WLAN-System wird erster HomeKit-Router


Eero unterstützt nun Apples HomeKit. Nutzer können damit ihre Smart-Home-Geräte im Netzwerk isolieren und ausgehende Verbindungen blockieren.



Als erster Basisstation-Hersteller rüstet Eero bei den gleichnamigen Mesh-WLAN-Systemen HomeKit-Support nach. Apple-Nutzer können die Router dadurch über die Home-App in ihr Smart-Home-Setup einbinden und zusätzliche Sicherheitseinstellungen für vernetzte Heimgeräte vornehmen. Die neue Funktionalität steht auf allen Eero- und Eero-Pro-Modellen (ab eeroOS 3.18.0) jetzt zur Verfügung, wie die Amazon-Tochter am Mittwoch mitteilte.
Netzwerkbeschränkungen für Smart-Home-Geräte

HomeKit-kompatible Router ermöglichen es, für jedes HomeKit-Gerät eigene Sicherheitseinstellungen vorzunehmen: So wird es etwa möglich, die vernetzten Heimgerätschaften untereinander zu isolieren sowie Verbindungen ins Internet zu blockieren, damit die Geräte nicht länger Kontakt zu beliebigen Servern aufnehmen können. Das soll Angriffe auf das heimische Netzwerk über Schwachstellen in Smart-Home-Hardware erschweren und verhindern, dass Accessoires heimlich Daten an Dritte übermitteln.

"Mit HomeKit gesicherte Router" bieten drei Stufen: Das reicht von einer kompletten Abschottung einzelner Smart-Home-Hardware über einen Automatik-Modus, der bestimmte Verbindungen etwa zum Update-Server des Herstellers zulässt bis hin zum unbeschränkten Zugriff auf Internet und andere Geräte im Netzwerk.

Die Einrichtung von HomeKit lässt sich über die Eero-App (ab Version 3.1.0) im Entdecken-Reiter vornehmen, wie Amazon erklärte.
Umständliches Setup bei HomeKit-Routern

Apple zufolge gestaltet sich die weitere Konfiguration allerdings umständlich: Nutzer müssen sämtliche über WLAN eingebundene HomeKit-Hardware nämlich erst aus der Home-App entfernen und anschließend wieder neu hinzufügen – erst dann können die neuen Sicherheitseinstellungen greifen, heißt es beim Hersteller. Je nach Umfang des heimischen Setups kann das Prozedere so erheblich Zeit in Anspruch nehmen.

HomeKit-Router setzen mindestens ein iPhone oder iPad mit neuester iOS-Version voraus sowie auch eine HomeKit-Steuerzentrale in Gestalt eines Apple TV, HomePod oder weiteren iPads, das entsprechend konfiguriert wurde.
Autor: Predatorfighter | Donnerstag 27. 02. 2020 0 Kommentare




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