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Apple lässt sich mit Betas länger Zeit


Rund einen Monat mussten Tester auf frische Builds warten, die am Dienstag erschienen sind. Zuvor hatte es Kritik an Apples Softwarequalität gegeben.



Apple lässt sich mit der Veröffentlichung neuer Betas länger Zeit als zuvor. Am Dienstagabend erschienen die jeweils zweiten Entwicklerversionen von iOS 13.3.1, iPadOS 13.3.1, macOS 10.15.3, watchOS 6.1.2 und tvOS 13.3.1. Das entspricht einem Wartezeitraum von rund einem Monat – erste Betas hatte der Konzern am 17. Dezember 2019 publiziert. Üblich ist es, dass Apple seine Arbeiten an neuer Software über Weihnachten und den Jahreswechsel reduziert; allerdings erscheinen dann meist zu Januaranfang frische Developer-Releases. Dies war etwa 2019, 2018 und 2017 so. Diesmal ließ der Konzern die Entwickler länger warten – bis zur Monatsmitte.
Zahlreiche Fixes bei iOS 13 notwendig

Es ist unklar, ob die Verzögerung mit Veränderungen beim internen Entwicklungsprozess des iPhone-Konzerns zu tun hat. Zuletzt hatte es hier von Nutzerseite viel Kritik gegeben. So hatte iOS 13 einen echten Problemstart hingelegt. Das Unternehmen musste in den ersten zwei Monaten nach der Veröffentlichung sieben Mal nachbessern, hatte den Arbeitsfokus bereits auf iOS 13.1 gelegt, obwohl es unter iOS 13 noch viel zu fixen gab.

Im November gab es Berichte, laut denen Apple seine internen Verfahren anpassen will. Softwarechef Craig Federighi soll dies angekündigt haben. In internen Test-Builds des Betriebssystems sollten frisch hinzugefügte Funktionen künftig standardmäßig deaktiviert sein und sich dann von den Testern einzeln anschalten lassen, hieß es. Dies solle es erlauben, Bugs einfacher einzugrenzen und die Auswirkungen der Neuerungen auf andere Systembereiche besser einschätzen zu können. Die neue Build-Herangehensweise soll sowohl für iOS und iPadOS als auch macOS gelten. Auch unter macOS 10.15 alias Catalina hatte es Nutzerbeschwerden über Mängel bei der Softwarequalität gegeben.
Schwerer Überblick für Entwickler

Im November schrieb die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg, manche Apple-Teams würden täglich frische, wenig getestete Funktionen in die internen Betas und Alphas einpflegen, andere Teams hätten ihre Neuerungen wöchentlich eingepflegt.

Die Testversionen sind dem Bericht zufolge dadurch im Laufe der Zeit teils kaum mehr zu benutzen gewesen und Fehler hätten sich nur schwer eingrenzen lassen – auch ein Überblick des Entwicklungsstandes habe gefehlt. Dies habe zu einer Reihe der Probleme von iOS 13 beigetragen. Weniger nach außen gegebene Betas könnten einen weiteren Schritt bilden, das Chaos zu lichten – andererseits bekommt Apple so weniger schnell Feedback von Außen. (bsc)
Autor: Predatorfighter | Montag 06. 01. 2020 0 Kommentare


GPU-Streit: Apple einigt sich mit Ex-Partner Imagination
Allgemein Seit 2017 arbeitet Apple nicht mehr mit Grafiktechnik des britischen Unternehmens. Nun wurde jedoch ein neuer Lizenzvertrag geschlossen.



Apple hat überraschend ein neues Abkommen mit dem Mobil-GPU-Spezialisten Imagination Technologies Group geschlossen. Das teilte das Unternehmen aus dem britischen Hertfordshire in einem Statement auf seiner Website mit.
Mehrjähriges Abkommen mit mehr Rechten

Man habe ein mehrjähriges "Multi-Use"-Lizenzabkommen, das Imagination bereits im Februar 2014 mit Apple abgeschlossen hatte, durch einen "neuen, mehrere Jahre laufende Lizenzvertrag" ersetzt, laut dem Apple "Zugriff auf einen größeren Bereich des geistigen Eigentums von Imagination" haben werde. Dafür fließen Lizenzgebühren. Weitere Details zu konkretem Umfang und möglichen Einnahmegrößen blieb Imagination Technologies schuldig, ein Statement von Apple gab es bislang nicht.

Die Bekanntgabe kommt insgesamt überraschend. Apple hatte sich bereits im Jahr 2017 dazu entschieden, keine Grafiktechnik von Imagination mehr verwenden zu wollen. Die Kerntechnik will der Konzern künftig im eigenen Haus entwickeln, richtete sogar einen eigenen GPU-Standort in der Nähe von Imagination ein – womöglich, um Mitarbeiter abwerben zu können. Die Einnahmen von Imagination Technologies sanken abrupt, da Apple mit Abstand wichtigster Kunde war. Im September 2017 wurde die Firma dann an ein chinesisches Konsortium veräußert.
Eigene GPU-Technik seit dem iPhone X

Apple hat laut eigenen Angaben bereits den A11-Chip in iPhone 8 und X (ab 2017) mit eigener GPU-Technik ausgestattet – und seither auch in den neueren Modellen. Imagination warf dem iPhone-Hersteller vor, weiterhin geistiges Eigentum der Firma zu verwenden und versuchte daraufhin, eine Schlichtung herbeizuführen. Eine Übernahme durch Apple direkt schien zwischenzeitlich ebenfalls im Raum zu stehen.

Offenbar liefen trotz des Konflikts die Gespräche hinter den Kulissen weiter, die nun zu dem neuen Abkommen führten. Imagination Technologies hatte kürzlich seine neue IMG-A-GPU-Serie vorgestellt, die laut eigenen Angaben die schnellste aller Zeiten sein soll und in Form von Lizenzverträgen offeriert wird. Ob Apple daran interessiert ist, ist unbekannt – einige Beobachter spekulierten, die Technik könnte zu einem geplanten AR-Headset passen.
(bsc)
Autor: Predatorfighter | Montag 06. 01. 2020 0 Kommentare




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