» News
Apple-Sicherheitsfunktion kann Entfernung "ungewollter Programme" blockieren
Allgemein Apple hat Anbietern verrufener Software Sonderberechtigungen eingeräumt, so ein Sicherheitsforscher. AV-Tools können solche Apps nicht mehr vom Mac löschen.



Apples Vergabeprozess für App-Sonderberechtigungen ist in die Kritik geraten: Der Konzern habe bereits zwei Anbietern von verrufener Mac-Software ("Potentially Unwanted Program" – PUP) eine Sonderberechtigung zur Nutzung seiner ab macOS 10.15 integrierten Schnittstelle "Endpoint Security" eingeräumt, berichtet der AV-Hersteller Malwarebytes. Dies mache es für das eigene Tool unmöglich, solche Software zu entfernen.
Apple-Entitlements für Sonderfunktionen

Einer der Anbieter habe unter anderem ein "Müll-Antivirenprogramm" vertrieben, im anderen Fall handele es sich um ein bei "Mac-Admins verhasstes Tool", dem bereits in Sammelklagen betrügerisches Verhalten vorgeworfen wurde, schreibt der Sicherheitsforscher – gemeint ist offenbar MacKeeper.

Endpoint Security ist Teil von Apples neuen System Extensions, die die bisherigen Kernel-Extensions von Drittherstellen in macOS ablösen sollen. Sicherheits-Software muss ab macOS 11 die Endpoint Security API nutzen, Software-Hersteller müssen dafür die benötigte Sonderberechtigung (ein sogenanntes "Entitlement") bei Apple beantragen. Apps, die das Entitlement besitzen, werden vom Betriebssystem geschützt, sodass sie sich nicht mehr durch andere Software entfernen lassen, erläutert Malwarebytes.

Das sei von Vorteil für AV-Tools, da sie nicht länger gezielt von Malware gelöscht werden können. Vergibt Apple das Entitlement aber auch an Anbieter möglicherweise unerwünschter Software, dann würden sich diese eben auch von bewährter Sicherheits-Software nicht mehr entfernen lassen.
Mehr von Mac & i
Undurchsichtiger Vergabeprozess

Apples Vergabeprozess für Entitlements, die auch in vielen anderen Bereichen von iOS und macOS zum Einsatz kommen, gilt seit langem als sehr langsam und undurchsichtig: Teils warten Entwickler über Wochen und Monate auf die Erteilung einer angefragten Berechtigung und erhalten schließlich eine Ablehnung, mitunter ohne Begründung. Malwarebytes fürchtet nun, dass Apple macOS im Stil von iOS gegen den Einsatz von Sicherheits-Tools von Dritt-Entwicklern abschotten könnte – man sei jetzt nicht mehr in der Lage, die eigenen Nutzer vor bestimmten Dingen zu schützen.
Autor: Predatorfighter | Freitag 27. 11. 2020 0 Kommentare


Verbraucherschützer: Langlebige Smartphones und Laptops sparen viel Geld und CO2
Allgemein Allein bei länger genutzten Handys, Notebooks, Fernsehern und Waschmaschinen müssten deutsche Verbraucher pro Jahr 3,67 Milliarden Euro weniger ausgeben.



Kaufentscheidungen für haltbare Produkte und deren lange Nutzung bergen ein großes finanzielles Einsparpotenzial für Verbraucher und könnten erheblich zur Reduktion von schädlichen Klimagasen beitragen. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie zu ökonomischen und ökologischen Auswirkungen einer verlängerten Nutzungsdauer elektronischer Geräte des Freiburger Öko-Instituts im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) hervor.

Konsumenten hätten laut der Analyse 3,67 Milliarden Euro pro Jahr mehr in der Tasche, wenn sie Smartphones, Laptops, Fernseher und Waschmaschinen deutlich länger einsetzen würden. Dabei sind Kosten für den Energieverbrauch und mögliche Reparaturen bereits eingerechnet. Zugleich könnten sie damit jährlich allein bei diesen vier Produktgruppen 3,93 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (CO2e) einsparen. Das entspricht dem Ausstoß von 1,85 Millionen Autos.
Gewünschte und tatsächliche Lebensdauer

Die Forscher recherchierten für die Untersuchung zunächst die durchschnittliche und die von den Verbrauchern gewünschte Lebensdauer der Geräte. Für die zwei Szenarien des Status quo und der verlängerten Lebens- und Nutzungsdauer ermittelten sie für einen bestimmten Betrachtungszeitraum sowohl das über den gesamten Lebensweg verursachte Treibhausgaspotenzial sowie die Lebenszykluskosten und verglichen sie miteinander.

Als Parameter legten die Wissenschaftler Anschaffungspreise, Klimawirkung der Produktion und die Effizienz der genutzten Geräte, Verbrauchswerte und Reparaturen zugrunde. Außen vor blieben die Kosten und das Treibhauspotenzial der Distribution beziehungsweise Lieferung und der Entsorgung. Nicht berücksichtigt wurden zudem die Emissionen beim Bezug von Ersatzteilen, der Anfahrt des Monteurs beziehungsweise der Fahrt des Verbrauchers zum Reparaturdienstleister.
Größtes Potenzial bei Smartphones

Das größte Potenzial haben laut den Ergebnissen Smartphones. Nimmt man eine gewünschte Nutzungsdauer von sieben statt der bisher durchschnittlichen Einsatzzeit von zweieinhalb Jahren an, kann der einzelne Verbraucher bis zu 242 Euro insgesamt sparen. Auf alle Besitzer internetfähiger Mobiltelefone hochgerechnet ergibt das eine Summe von 15,67 Milliarden Euro. Pro Konsument würden zudem 98 Kilogramm CO2e weniger ausgestoßen, zusammengenommen ergäbe sich ein Minus von 6,32 Millionen Tonnen CO2e. Die neuesten Apps dürften auf einem sieben Jahre alten Handy aber kaum mehr laufen.

Würde man sein Notebook zehn statt bislang fünf Jahre verwenden, läge die individuelle Ersparnis bei 295 Euro, alle Nutzer hätten 12,84 Milliarden Euro mehr zur Verfügung. Das Treibhauspotenzial liegt bei 197 Kilogramm für jeden einzelnen, insgesamt bei 8,6 Millionen Tonnen CO2e. Bei Fernsehern sind finanzielle Einsparmöglichkeiten nicht sehr groß, dafür kämen die Verbraucher gemeinsam bei einer Nutzung von 13 statt sechs Jahren auf ein Minus von 26,41 Millionen Tonnen CO2e.
Schätzungen zu E-Bikes

Auch die Potenziale von E-Bikes schauten sich die Forscher an. Sie beließen es dabei aber bei Schätzungen, da Fahrräder mit Batteriebetrieb erst seit fünf bis acht Jahren in nennenswertem Umfang genutzt würden, der Markt sich rasant entwickle, die Datengrundlage relativ schlecht sei und sich Erwartungen der Verbraucher noch herausbildeten. So gehen die Experten davon aus, dass bei einer von zehn auf 15 Jahre verlängerten Nutzungsdauer jährlich pro Fahrer 650 Euro sowie 22,5 Kilogramm CO2e eingespart werden könnten. Insgesamt habe man "sehr konservative Annahmen" getroffen.

Mit einer verlängerten Lebensdauer von Produkten "gehen Klimaschutz und Verbraucherschutz Hand in Hand", sagte vzbv-Vorstand Klaus Müller. Immer wieder beschwerten sich Verbraucher über Geräte, die vorzeitig kaputtgingen, nicht reparierbar oder durch fehlende Software-Updates nicht mehr nutzbar seien. Zudem hätten Käufer kaum die Möglichkeit, sich bewusst für langlebige Produkte zu entscheiden: Zuverlässige Informationen zur Haltbarkeit und Lebensdauer fehlten bislang. So griffen die Kunden häufig zum billigeren Gerät und zahlten am Ende drauf.
EU-Parlament für "Recht auf Reparatur"

Der vzbv fordert die Bundesregierung deshalb auf, auf nationaler und europäischer Ebene die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, damit Verbraucher sich für langlebige Produkte entscheiden können. Dazu müsse etwa das neue Arbeitsprogramm der EU-Kommission Mindestkriterien für Haltbarkeit im Ökodesign-Recht einführen und ihren Aktionsplan Kreislaufwirtschaft im Rahmen des Green Deals rasch vorantreiben.

Das EU-Parlament hat sich gerade für ein breites "Recht auf Reparatur" ausgesprochen. Es will auch der geplanten Obsoleszenz von Produkten entgegenwirken sowie den Markt für Gebrauchtwaren und nachhaltigere Herstellungspraktiken beflügeln.

(axk)
Autor: Predatorfighter | Freitag 27. 11. 2020 0 Kommentare


Smart-TVs: Marktanteil von Ultra HD wächst in Deutschland auf 70 Prozent
Allgemein Deutsche haben in den ersten drei Quartalen 2020 rund 4,7 Millionen Fernseher gekauft, darunter 3,3 Millionen 4K-Geräte.



Immer mehr Deutsche kaufen Smart-TVs mit Ultra-HD-Auflösung (3840 × 2160 Pixel, auch 4K genannt). Die Branchenvereinigung Deutsche TV Plattform schätzt, dass hierzulande in den ersten drei Quartalen 2020 rund 4,7 Millionen Fernsehgeräte verkauft wurden. 3,3 Millionen davon stellen 3840 × 2160 Bildpunkte dar, was einen Marktanteil von etwa 70 Prozent ergibt. Im Vorjahreszeitraum lag der Anteil von Smart-TVs mit Ultra-HD-Auflösung noch bei 62 Prozent.

Seit 2014 haben Hersteller in Deutschland laut Deutsche TV Plattform 17,4 Millionen 4K-Smart-TVs verkauft. Die Branchenvereinigung erwartet, dass dieses Jahr zum traditionell starken Weihnachtsgeschäft die 20-Millionen-Marke fällt.

Deutsche TV Plattform ist ein Zusammenschluss privater Programmanbieter, öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten, Kommunikationsinfrastrukturbetreiber, Gerätehersteller, Universitäten und Forschungsinstituten, Bundesministerien, Landesregierungen und Landesmedienanstalten.


Viel HDR auf dem Papier

Die Marktanalyse ergab, dass fast alle gekauften Smart-TVs mit High-Dynamic-Range-Bildinhalten (HDR) umgehen können. Allerdings dürfte es bei den meisten Fernsehgeräten nur um die Datenverarbeitung und nicht um eine sonderlich schöne Darstellung mit hoher Helligkeit gehen: 97 Prozent aller zwischen Januar und September 2020 gekauften Fernsehgeräte unterstützen zwar mindestens ein HDR-Format, aber nur 55 Prozent überhaupt dynamische Verfahren wie HDR10+ oder Dolby Vision.

Ultra HD ist 2020 längst im Massenmarkt angekommen. Im Preisvergleich lassen sich entsprechende Fernseher schon für weniger als 250 Euro finden – und selbst solche Billiggeräte tragen HDR10-Zertifizate, obwohl sie nur Helligkeitswerte von 250 bis 300 cd/m² in der Spitze erreichen.


Autor: Predatorfighter | Dienstag 03. 11. 2020 0 Kommentare




[ 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 ] »