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Daten aus Großbritannien Elektroautos verdoppeln das Unfallrisiko bei Fußgängern
Allgemein



Elektroautos sind deutlich öfter in Unfälle mit Fußgängern verwickelt als Verbrenner. Verantwortlich dafür sind unter anderem die minimalen Geräusche und die hohe Beschleunigung.

London (England). Eine Studie der Versicherung Axa hat bereits 2022 ermittelt, dass Elektroautos öfter an Unfällen beteiligt sind, weil die Fahrer die hohe Beschleunigung unterschätzen. Nun zeigt eine neue Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM), dass Elektroautos öfter in Unfälle mit Fußgängern verwickelt sind, als Autos mit Verbrennungsmotor. In Großbritannien ist die Wahrscheinlich, dass ein Fußgänger von einem Elektro- oder Hybridauto getroffen wird, etwa doppelt so hoch.

Laut der Publikation im Fachmagazin Journal of Epidemiology & Community Health haben die Wissenschaftler für ihre Studie Verkehrsdaten aus dem Zeitraum von 2013 bis 2017 untersucht. In diesem Zeitraum kam es zu 96.285 Autounfällen mit Fußgängern, bei denen es sich in 1.652 Fällen (1,72 %) um ein Elektroauto und in 71.666 (74,43 %) um einen Verbrenner gehandelt hat. Bei den übrigen Fällen lagen keine Informationen zum Autotyp vor.
Unfallrate pro 100 Millionen Meilen

Anschließend haben die Forscher die Unfallanzahl mit der jeweiligen Strecke, die die Autotypen im Mittel zurücklegen, verknüpft. Sie konnten so eine Unfallrate für Fußgänger pro 100 Millionen Meilen (160 Millionen Kilometer) ermitteln. Diese lag bei Benzinern und Dieseln bei 2,4 und bei Elektro- und Hybridautos bei 5,16.

Laut den Forscher um Phil Edwards könnte dies unter anderem daran liegen, dass Elektroautos deutlich leiser sind und bei den typischen Umgebungsgeräuschen in Städten kaum gehört werden können. Die Forscher erklären jedoch, dass die Ergebnisse teilweise auf Verzerrung zurückzuführen sein könnten. Es ist laut ihnen denkbar, dass vor allem jüngere Fahrer, die ohnehin öfter in Unfälle verwickelt sind, ein Elektroauto fahren.

Journal of Epidemiology & Community Health, doi: 10.1136/jech-2024-221902
Autor: Predatorfighter | Freitag 24. 05. 2024 0 Kommentare


Bei diesen Prognosen lag Elon Musk falsch
Allgemein Der Unternehmer erwartet rasante Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Bei seinen Vorhersagen zu Technologiefortschritten lag Musk häufig daneben.



Düsseldorf. Tesla

-Chef Elon Musk zufolge wird eine Künstliche Intelligenz (KI) 2025 oder 2026 intelligenter sein als der intelligenteste Mensch.

Der Gründer des KI-Start-ups xAI wagte die Prognose am Montag in einem Interview zum Thema der sogenannten Artificial General Intelligence (AGI) – wörtlich „Künstliche Allgemeine Intelligenz“ –, die deutlich breiter angelegte Fähigkeiten haben soll als heutige KI-Modelle.

Die Vorhersage übertrifft fast alles, was selbst KI-Optimisten bislang prognostizierten. So rechnet Shane Legg, Mitbegründer von Google-Tochter und KI-Pionier Deepmind, erst 2028 mit einer AGI – allerdings nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent. OpenAI-Gründer Sam Altman sprach von einer „menschenähnlichen KI“ in vier bis fünf Jahren.
Die Mehrheit der KI-Forscher ist skeptisch

Es fällt auf: Vor allem prominente KI-Manager wagen sehr optimistische Prognosen. In der Breite sind KI-Forscher deutlich skeptischer, zeigte eine Umfrage unter 1712 Top-KI-Wissenschaftlern
vor wenigen Monaten. Diese schätzten die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit, dass eine marktfähige AGI geschaffen wird, bis 2028 auf lediglich zehn Prozent, bis 2047 könnte die Wahrscheinlichkeit 50 Prozent erreichen. Die Umfrage führten sechs Wissenschaftler von den Universitäten Berkeley, Oxford und Bonn durch.

Tesla-Chef Musk ist bekannt für seine Technologiebegeisterung. Dahinter steckt eine Silicon-Valley-Mentalität, die in der Softwareentwicklung begründet ist. Dort sind „Sprints“ gang und gäbe, in denen Programmierer schnell und agil eine Programmierung durchziehen. Sie sollen Mitarbeiter zu Bestleistungen antreiben – und das Überleben eines Start-ups sichern.

Allerdings: Die Denkweise lässt sich nur beschränkt auf andere Technologien übertragen. Viele der Prognosen und Ankündigungen Musks waren verfehlt. Das Handelsblatt hat fünf Beispiele ausgewählt, in denen der 52-Jährige besonders stark danebenlag.
Beispiel 1: Das selbstfahrende Auto

Das hat Musk versprochen: Ende 2017 sollte laut Musk das erste Tesla-Fahrzeug autonom fahren. Den Termin verschob der Tesla-Chef erst um ein Jahr, dann auf 2020. Im vergangenen Jahr sagte er, das Unternehmen sei „sehr nah“ daran, Level 4 (hochautomatisiertes Fahren) oder 5 (autonomes Fahren) noch 2023 zu erreichen.

Was passiert ist: Zwar heißt Teslas Fahrassistent „Full Self-Driving“ (FSD), aber selbst fahren kann er bis heute nicht. Teslas Autopilot entspricht laut Experten am ehesten Level 2, also einem System, das den Fahrer nur unterstützt.

» Lesen Sie auch: „Falsches Abbremsen erlebe ich fast bei jeder Fahrt“: Tesla-Mitarbeiter warnten vor gefährlichen Autopilot-Fehlern
Beispiel 2: Das Robotaxi

Das hat Musk versprochen: Eng verknüpft mit dem selbstfahrenden Auto ist das Robotaxi – also ein Fahrzeug ohne Fahrer, das auf Level 4 oder 5 fährt. Bereits 2019 prognostizierte Musk, dass schon 2020 eine Million Tesla-Robotaxis unterwegs sein würden. Tesla-Besitzer könnten die Fahrzeuge dann als Taxi ausleihen und damit Geld verdienen. 2022 sprach er von einem Fahrzeug, das „sehr futuristisch“ aussehen werde.

Was passiert ist: Bis heute gibt es kein Robotaxi von Tesla. Laut Musk sind vor allem gesetzliche Vorschriften das größte Hindernis. Jetzt kündigte Musk für den 8. August die Präsentation eines selbstfahrenden Autos an.
Beispiel 3: Der Roboter

Das hat Musk versprochen: Bei Teslas KI-Tag im August 2021 kündigte der Multimilliardär den humanoiden Roboter „Optimus“ an, der in der Produktion „unsichere, repetitive oder langweilige Aufgaben ausführen kann“. Auf der Bühne präsentierte das Unternehmen allerdings keinen Prototyp, sondern einen tanzenden Schauspieler im Roboterkostüm.
Als Tesla 2022 seine neue Fabrik im texanischen Austin eröffnete, kündigte Musk an, den Roboter im folgenden Jahr produzieren zu wollen.

Was passiert ist: Im Januar zeigte der Autobauer schließlich in einem Video, wie „Optimus“ langsam auf zwei Beinen läuft und einzelne Eier greift. Auf X teilte Musk ein weiteres Video, in dem der Roboter ein T-Shirt ordentlich zusammenfaltet. Wie einigen Nutzern der Plattform auffiel, steuerte in der Videosequenz ein Mensch die Handbewegungen des Roboters mit einem Telepräsenzhandschuh. Knapp 20 Minuten nach seinem ursprünglichen Post sagte Musk

selbst, „Optimus“ könne das Shirt noch nicht autonom falten – werde dies aber künftig tun.
Beispiel 4: Das Hirnimplantat

Das hat Musk versprochen: Mit seinem Start-up Neuralink arbeitet Musk seit 2016 an einem Chip, der das menschliche Gehirn mit einem Computer verknüpfen soll. Dieses sogenannte „Brain-Computer-Interface“ (BCI) richtet sich bisher vor allem an Menschen, deren Gliedmaßen gelähmt sind. Mit dem Gerät sollen sie künftig Computer oder Smartphones mit ihren Gedanken steuern können. Dabei hatte Musk einen ehrgeizigen Zeitplan: Im Jahr 2019 rechnete er damit
, bereits 2020 die ersten Chips in das menschliche Gehirn implantieren zu können. Im Dezember 2021 teilte er dann auf X (damals noch Twitter) mit

, er rechne 2022 mit den ersten transplantierten Geräten.

Was passiert ist: Neuralink setzte tatsächlich 2024 den ersten Chip bei einem Patienten ein – nur deutlich später als ursprünglich angekündigt. Seit einem Tauchunfall war der 29-jährige Patient von der Schulter abwärts gelähmt, im Januar dieses Jahres ließ er sich den Chip implantieren. In einem Livestream auf X

filmte Neuralink den Patienten dabei, wie er mit seinen Gedanken den Mauszeiger bewegte, um digital Schach zu spielen.
Beispiel 5: Der Cybertruck

Das hat Musk versprochen: Den futuristisch designten SUV stellte Musk 2019 mit dem Versprechen vor, ihn Ende 2021 zu produzieren. Das Fahrzeug ist sehr wichtig für Tesla, der Markt für Pick-ups ist vor allem in Nordamerika mit mehr als 100 Milliarden Dollar sehr groß.

Was passiert ist: Die Produktion wurde mehrfach verschoben. Experten führten das auch auf das neue Design und anspruchsvolle Technologien im Cybertruck zurück. Das Handelsblatt berichtete von einem mutmaßlichen Geheimreport 2022, in dem Teslas Ingenieure vor erheblichen Mängeln an einem Prototyp warnten. Die Produktion lief 2023 an, um in diesem Jahr auf hohe Stückzahlen hochzulaufen.

Mehr: Keine Fließbänder, radikal weniger Mitarbeiter – Tesla arbeitet an der Fabrik der Zukunft

Erstpublikation: 09.04.2024, 06:48 Uhr

Autor: Predatorfighter | Sonntag 14. 04. 2024 0 Kommentare




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